5. Praxisbeispiel:
Unbewusste Verstrickungen loesen, Erschöpfungszustände neutralisieren
Frank G.*, 45 Jahre alt, aus Potsdam, galt in seiner Vertriebsgesellschaft als einer der besten Verkäufer. Mit viel Elan war er nach einem Berufswechsel vor zehn Jahren in die Selbständigkeit gestartet. Schon nach wenigen Jahren hatte er drei Mitarbeiter und befand sich im Ranking selbst unter gestandenen Versicherungskaufleuten unter den vorderen Plätzen.
Doch nachdem sein Auftraggeber immer unerreichbarere Umsatzziele aufgestellt und verschiedene Zusagen nicht eingehalten hatte, ließ seine Motivation nach. Schließlich frustrierte ihn seine Arbeit und seine Umsätze brachen ein. Fast zwangsläufig ließ auch die Leistung seiner Mitarbeiter nach. Schließlich fühlte er sich durch sie hintergangen. Es kam zu Streits, der Krankenstand nahm zu und die Umsätze nahmen ab.
Während unserer gemeinsamen Arbeit stellte sich heraus, dass Frank G. außerordentliche Schwierigkeiten hatte, mit Misserfolgen umzugehen. Dabei spielte seine hohe Erwartungshaltung an sich selbst und andere eine Schlüsselrolle. Hinzu kam, dass für Frank G. der Wunsch nach Anerkennung einen hohen Wert darstellte. Sobald er allerdings diese Anerkennung im gegebenen Kontext erhalten hatte, begann es ihn zu langweilen und unbewusst begann seine Suche nach einer neuen Herausforderung.
Mit Hilfe einer Figuren-Intervention nach dem Vorbild der systemischen Strukturaufstellung konnte ein bislang unbewusst ausgeblendetes Thema externalisiert und schließlich ermittelt werden. Im Laufe der Intervention konnten die verschiedenen Positionen der maßgeblich beteiligten Personen neu arrangiert werden, so dass jeder den Platz fand, der dem Wohl aller am ehesten entsprach. So wurden unbewusste Verstrickungen geklärt und aufgelöst.
Schon bald stellte sich sein alter Arbeitseifer wieder ein. Die Gefahr, dass sich der erfahrene Erschöpfungszustand zum Burnout ausweitet, konnte gebannt werden.
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