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4. Praxisbeispiel:

Teams coachen, Konflikte lösen

Dirk P.*, 32 Jahre alt, war seit 4 Monaten Filialleiter der Filiale einer kleinen Bank bei Berlin. Kurz nachdem er die neue Aufgabe übernommen hatte, erklärte ihm sein Vorgesetzter, dass diese Filiale seit langer Zeit ein Schattendasein bezüglich ihrer Umsätze führe und er nun einen Aufschwung erwarte. P. stürzte sich voller Enthusiasmus in die Arbeit. Er arbeitete unaufhörlich und machte viele Überstunden.
Doch seine Mitarbeiter zogen nicht mit. Weder der Umsatz an Konsumentenkrediten noch der Versicherungs- oder Kreditkartenumsatz kam in Gang. Schnell stellte P. fest, dass die Mitarbeiter ihm die kalte Schulter zeigten. Er versuchte mit allen möglichen Mitteln, die Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Er biss auf Granit.
Schließlich holte er sich bei seinem Vorgesetzten die Genehmigung für ein Teamcoaching ein und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Teamcoach mit einem bankfachlichen Hintergrund. Dirk P. wollte das Vertrauen seiner Mitarbeiter. Er habe es satt, ungerne zur Arbeit zu gehen und in leere Gesichter zu schauen. Nachdem Situation und Ziel im Rahmen eines Interviews geklärt worden waren, wurde eine systemische Organisationsaufstellung vorbereitet.
Die Aufstellung gewann schnell an Fahrt. Während der Arbeit zeigten sich Emotionen, Bündnisse und Sympathien. Schließlich berichtete eine Kollegin von einem Vorkommnis, bei dem eine ältere Kollegin von einer früheren Filialleiterin massiv unter Druck gesetzt wurde, dann erkrankte und berentet worden war. Die Kollegen waren empört, aber hilflos. Inzwischen hatte der Filialleiter mehrfach gewechselt, doch dieses Ereignis blieb in den Köpfen der Mitarbeiter präsent und verursachte eine innere Abwehr gegen jeden neuen Chef.
Entsprechend der notwenigen Prozessarbeit wurden verschiedene Ausgleichs- und Rückgaberituale umgesetzt, die dabei halfen, die negative Projektion auf den neuen Filialleiter abzubauen und eine offene, ehrliche Kommunikation zu ermöglichen. Schon wenige Tage nach Abschluss hatte sich die Stimmung im Team deutlich verbessert, was in der Folge zu deutlichen Umsatzanstiegen führte.
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